An diesem Abend im August standen wir mit einer Gruppe von Führungskräften in der Reithalle im Seminarstall Oberursel. Wir hatten den BVMW Regional Verband Frankfurt zu Gast. Vor uns, tigert die FAW Pferdeherde durch die Halle. Stormy, Siggy, Dolly und Chiara. Hinter uns sitzen unsere Gäste, die live dabei sind. Andere sahen uns live über LinkedIN zu. Es knisterte. Die Anspannung von uns, den Pferden und den Zuschauern war spürbar.
Ich arbeite seit vielen Jahren mit Pferden als Co-Coaches im Führungskräfte-Coaching, und doch berührt mich jedes Mal aufs Neue, wie klar und ehrlich Pferde auf emotionale Spannungen reagieren. Ziele meiner Arbeit als Führungskräfte-Coach ist es, Führung außerhalb der Komfortzone erlebbar zu machen. Nicht als Theorie, sondern ganzheitliche Erfahrung von Körper, Geist und Seele.
Wir leben in einer Welt voller Unsicherheiten. Von Führungskräften wird erwartet, Orientierung zu geben, Ruhe auszustrahlen, Menschen mitzunehmen, auch dann, wenn sie selbst innerlich schwanken. Dies ist eine große Herausforderung, die Coaching mit Pferden spürbar wird.
Anne, eine meiner Mitarbeiterinnen, erklärte sich bereit, vor allen Anwesenden ein Pferd aus der Herde zu sich zu holen. Sie benutze keine der üblichen Hilfsmittel, wie ein Führseil oder Trense. Sie wollte das Pferd überzeugen, mit ihr zu kommen. Für eine Reiterin offenbar eine einfache Aufgabe. In der Realität sahen wir hier einen Menschen, der eine hochkomplexe Führungssituation zu bewältigen hat: beobachtet werden, bewertet werden, gefilmt werden und gleichzeitig souverän bleiben.
Doch dann geschah etwas interessantes, denn wie aus dem Nichts erschraken sich die Pferde. Sie zogen sich zurück, die entspannte Stimmung kippte. Fluchttiere reagieren sensibel auf kleinste Veränderungen, was für Sie das Überleben in der Wildnis sichert. Was immer sie wahrgenommen hatten in diesem Moment, ein Geräusch oder eine Bewegung, sie entschieden sich erst mal dafür auf Abstand zu gehen und flüchteten Richtung Ausgang.
Der Moment, in dem Führung sichtbar wird
In diesem Moment betrat Anne den Raum, in dem Lernen erst möglich wird.
Anne ging auf die Pferde zu. Sie kannte sie, arbeitete täglich mit ihnen. Normalerweise folgen sie ihr. Doch an diesem Abend nicht. Ihre eigene Aufregung, der Druck der Situation, die vielen Augen, all das war in ihrer Körpersprache, in ihrer Ausstrahlung spürbar. Die Pferde zeigten es ihr unmittelbar: „Im Moment bist du nicht klar. Im Moment fühlen wir uns bei dir nicht sicher genug, um dir zu folgen.“
Keine Bewertung. Kein Vorwurf. Nur ehrliches Feedback.
Als wir danach vor all diesen Zuschauern sprachen, entspannte sich Anne. Sie atmete tief durch, kam wieder bei sich an. Und genau in diesem Moment geschah etwas Entscheidendes: Die Pferde näherten sich von selbst. Verbindung entstand nicht durch Technik, sondern durch eine stimmige, innere Haltung zur Situation.
Für mich ist das wahre Selbstführung in einem unsicheren Gefilde, ohne Druck und komplizierte Konzepte, sondern eine klare Präsenz mit einer zuversichtlichen inneren Haltung.
Was Pferde über wirksame Führung lehren
Pferde folgen keiner Rolle, keinem Titel, keiner Position. Sie folgen Präsenz. Haltung. Stimmigkeit. Sie zeigen uns, wo wir innerlich stehen, und ob wir gerade wirklich führen oder nur funktionieren.
In der Arbeit mit Führungskräften nutze ich genau diese Erfahrung. Wenn jemand spürt, wie es sich anfühlt, innerlich unsicher zu sein und welche Auswirkung diese Unsicherheit auf sein Umfeld hat, dann ist persönliche Entwicklung möglich. Wenn jemand erlebt, dass erst die eigene Stressregulation hilft, die Mitarbeitenden mitzunehmen, dann entsteht Lernen auf einer tiefen Ebene.
Und vielleicht ist das die wichtigste Erkenntnis:
Sicherheit heißt nicht, dass es keine Unsicherheit gibt, sondern dass ich mit ihr umgehen kann.
Die Pferde erinnern uns daran – leise, ehrlich und unbestechlich.
Schauen Sie sich das gesamte Video an. Meine Kollegin Felicia Isabel Fischer erklärt uns im Anschluss daran, wie sich Erfahrungsbasiertes Lernen auf unsere Neuronalen Prozesse im Gehirn auswirkt.
Sind Sie neugierig geworden, wie sich echte Präsenz in Führung anfühlt jenseits von Konzepten und Methoden?
In unserem Präsenz-Power-Coaching erleben Sie, wie innere Klarheit, Stressregulation und eine stimmige Haltung Ihre Führungswirkung beeinflussen. Sie erfahren, was es bedeutet, auch in herausfordernden Situationen präsent zu bleiben und Orientierung zu geben. Die Arbeit mit den Pferden macht diese Zusammenhänge unmittelbar erfahrbar ehrlich, direkt und ohne Bewertung.
Der nächste Termin für das Präsenz-Power-Coaching ist am 18.04.2026.
Wenn Sie mehr über das Format erfahren oder vorab klären möchten, ob dieses Coaching für Sie passend ist, lade ich Sie herzlich zu einem kostenlosen und unverbindlichen Beratungsgespräch ein. Über den Link gelangen Sie dann direkt in meinen Kalender und können einen Termin auswählen.
Ich freue mich darauf, Sie kennenzulernen.
